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19.11.18

GWA Hygiene GmbH mit dem Ludwig-Bölkow-Technologiepreis 2018 ausgezeichnet

Rudolph: Innovative Ideen mutig in praxisrelevante Lösungen umgesetzt – Unterstützungsmöglichkeiten für digitale Lösungsvorschläge nutzen

Ludwig-Bölkow-Technologiepreis-MV-2018 zoom

Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern wurde am 19. November 2018 für die Entwicklung Hygienemonitoringsystem "NosoEx" an die GWA Hygiene GmbH aus Stralsund vergeben. rechts: GWA Hygiene GmbH aus Stralsund, Maik Gronau, einer der Gründungsgesellschafter Der Sonderpreis "Digitalisierung" wurde für die Ingenieurdienstleistung "Monitoring-System OpenADMS" an Philipp Engel von der Hochschule Neubrandenburg vergeben. links: Philipp Engel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Neubrandenburg (Foto: IHK/Silke Winkler)

In Schwerin ist am Montag der „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ feierlich verliehen worden. Preisträger ist in diesem Jahr die GWA Hygiene GmbH aus Stralsund. Das Unternehmen hat ein neuartiges Hygiene Monitoring System entwickelt. Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Digitalisierung wurde Philipp Engel. Er hat eine Software-Plattform für die messtechnische Überwachung von Ingenieurbauwerken entwickelt.

 „Beide Preisträger haben in herausragender Weise ihre innovativen Ideen mutig in praxisrelevante Lösungen umgesetzt. Unser Land braucht noch mehr solche Entwicklungen, die im Ergebnis zu mehr wettbewerbsfähigen Produkten führen. Immer dann, wenn Ergebnisse der Arbeit erfolgreich umgesetzt werden, entstehen Wachstum und neue Märkte. Das sichert qualifizierte Arbeitsplätze im Land, neue Jobs werden geschaffen“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Stefan Rudolph. Die Preise wurden in der IHK zu Schwerin übergeben.

Technologieförderung um 50 Millionen Euro aufgestockt

In der laufenden EU Förderperiode bis 2020 wurden die Mittel für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation um 50 Millionen Euro aufgestockt. Das Wirtschaftsministerium stellt nunmehr 218 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Damit können wir die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft weiter stärken. Unternehmen erhalten Unterstützung von der Produktentwicklung bis hin zur Marktreife. Im besonderen Fokus haben wir auch Lösungsvorschläge bei den Herausforderungen der Digitalisierung“, betonte Rudolph.

Risikokapital für Gründer

Das Wirtschaftsministerium hat zwei Beteiligungsfonds aufgelegt, um technologieorientierte Existenzgründer und bestehende Unternehmen zu unterstützen. So fördert die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) in Form stiller und offener Beteiligungen kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Existenzgründungen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie digitale Geschäftsmodelle. Hierfür stehen Mittel in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem betreut die Genius Venture Capital GmbH einen Risikokapitalfonds in Höhe von 10 Millionen Euro für aktive Beteiligungen. „Unterstützt werden Kosten von der Forschung und Entwicklung bis zur Markteinführung innovativer Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen. Neben dem Beteiligungskapital erhalten die Unternehmer eine qualifizierte Managementunterstützung“ so Rudolph.

 

Die Preisträger 2018 im Überblick

Dr. Drews überreicht dem Preisträger Engel den mit 2.000 Euro dotieren Sonderpreis.(Foto: IHK/Silke Winkler) zoom

Dr. Drews, Geschäftsführer der MBMV überreicht den mit 2.000 Euro dotieren Sonderpreis Digitalisierung an Philipp Engel (links). (Foto: IHK/Silke Winkler)

LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern

GWA Hygiene GmbH, Stralsund

Projekttitel: Digitaler Assistent für die Krankenhaushygiene „NosoEx“

Geschäftsführer ist Tobias Gebhardt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 gegründet. Es handelt sich bei dem Produkt „NosoEx“ um ein Hygiene Monitoring System, bestehend aus zwei Hardwarekomponenten und einer webbasierten Software. Das System besteht aus einer Platine, die in handelsübliche Hygienespender eingebaut werden kann und einem Transponder, den das Personal trägt. Es protokolliert die Betätigung von Händedesinfektionsmittelspendern und wertet die Hygienesituation tagesaktuell aus. „Damit ist die Überwachung und Auswertung der Einhaltung von Hygienestandards beispielsweise im medizinischen Bereich oder im Pflegebereich möglich. Die Neuheit ist die Möglichkeit der Datenauswertung und Systemkompatibilität, da es mit allen gängigen Desinfektionsmittelspendern kompatibel ist“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. Bisher ist das System in 15 Einrichtungen in Deutschland und in der Schweiz installiert. In Mecklenburg-Vorpommern gehören unter anderem die Boddenklinik Ribnitz-Damgarten sowie die Helios Klinik Leezen dazu.

 

 

Preisträger Sonderpreis Digitalisierung:

Philipp Engel (Hochschule Neubrandenburg)

Projettitel: Open Automativ Deformation Monitoring System (Open ADMS)

Das OpenADMS ist eine Software-Plattform für die messtechnische Überwachung von Ingenieurbauwerken, Brücken, Tunneln, Dämmen, Rutschhängen, Steilküsten oder Geländeoberflächen. Dabei werden Verformungen mit Hilfe von Sensoren zeitkontinuierlich und automatisiert erfasst, gespeichert, analysiert, in drahtlose Sensornetzwerke verteilt und bei Grenzwertüberschreitungen Alarme auslöst. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber vorhandenen Lösungen besteht darin, dass die benötigte Software kostenfrei ist, das System über offene Schnittstellen und standardisierte Datenaustauschformate leicht angepasst werden kann und bereits vorhandene Software nutzbar bleibt.

Ein erster Einsatz erfolgt seit 2015 an der Marienkirche Neubrandenburg. Auch ein Vermessungsbüro in Celle verwendet das MonitoringSystem seit 2016 zur messtechnischen Überwachung zweier Autobahnbrücken. „Durch Überwachung kann die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden, da auftretende Schäden rechtzeitig erkannt werden“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Stefan Rudolph. Das Verfahren ist ebenso bei Industrieanlagen anwendbar wie beispielsweise bei Windkraftanlagen. Die Entwicklung erfolgte an der Hochschule Neubrandenburg.

Informationen zum LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

Seit 2003 vergeben das Wirtschaftsministerium und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes - in diesem Jahr federführend durch die IHK zu Schwerin - jährlich den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“. Schirmherr ist Wirtschaftsminister Harry Glawe. Ausgezeichnet werden Unternehmen und Wissenschaftler für neuartige Innovationen in Form von Produkten, Verfahren und technologischen Dienstleistungen. Ein Ziel ist es, Innovationen und wissenschaftliche Erkenntnisse intensiver in die Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern einzubringen. Der Ludwig-Bölkow-Technologiepreis wird in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben. Elf Bewerbungen gingen für den LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2018 ein.

Für den Technologiepreis steht ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung, hierbei gehört die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH ebenfalls zu den Stiftern.

Der Sonderpreis „Digitalisierung“ ist mit 2.000 Euro von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH dotiert.

Der Namensgeber Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand.